Vom Löscheimer zum Löschzug: Geschichte der Feuerwehr Kuddewörde

Der Kampf gegen das Feuer hat auch auf dem Land eine lange Tradition: In einem Erlass vom 16. Oktober 1718 verfügte der Kurfürst Georg Ludwig, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg: „... das Verbot des Abfeuerns von Feuerrohren bei Hochzeiten wegen der Brandgefahr und gegen unvorsichtiges Tabakrauchen auf den Höfen und Straßen.“ Dieser Verfügung scheint nicht viel Erfolg beschieden gewesen zu sein, denn um 1770 wurde angeordnet, dass alle Häuser binnen einer Jahresfrist mit einem ledernen Eimer und Dachhacken für den Fall eines Brandes ausgerüstet zu seien. 

In einer „Feuerordnung für das platte Land“ von 1784 befinden sich wiederum allgemeine Vorschriften zur Brandverhüttung, aufstellen von „Feuergräfen“, jährliche Kontrolle der Feuerstellen etc. In dieser Feuerordnung wird auch verfügt, dass alle gesunden und wehrtüchtigen Männer ab 14 Jahren sowie die Frauen zum Feuerwehrdienst verpflichtet sind. 

Weil sich diese Form der Organisation in der Praxis nicht bewährte und wohl auch durch die zunehmende Technik im Feuerschutz, die ständige Übung verlangte, wurden Anfang der zwanziger Jahre des 20.Jahrhunderts die freiwilligen Feuerwehren gegründet. In Rothenbek und Kuddewörde war das 1935. Das Spritzenhaus wurde in Rothenbek neben dem Kriegerdenkmal, das Kuddewörder auf dem Brink gegen über der Gaststätte „Zur Eiche“ errichtet. 

Der erste Wehrführer in Rohtenbek war Hermann Glunz, in Kuddewörde Otto Harms. Beide Feuerwehren hatten in dieser Zeit Handdruckspritzen, die von Pferdegespannen gezogen wurden. Bei Bränden außerhalb der Gemeinde wurden zwei Gespanne eingesetzt, die von den Landwirten abwechselnd gestellt werden mussten. Die Alarmierung der Wehr erfolgte über die Feuermeldestellen. Diese Häuser waren mit einem Mundfeuerhorn ausgerüstet. Im Falle eines Brandes lief eine Person auf die Straße und hat aus Leibeskräften in das Horn geblasen. Im Jahr 1964 vereinigten sich die Wehren Rothenbek und Kuddewörde zur Freiwilligen Feuerwehr Kuddewörde. Zum ersten gemeinsamen Wehrführer wurde Ludwig Reher aus Rothenbek, und zum stellvertretenden Wehrführer Artur Hartkop aus Kuddewörde gewählt. 

Mit der Vereinigung der Wehren errichtete man ein neues zentraleres Gerätehaus an der Schule. Im gleichem Jahr wurde das erste Löschfahrzeug (Ford Transit Trupp-TSF) in Dienst gestellt.

Metz LF8 mit Vorbaupumpe im alten neuen Gerätehaus ca. 1986
Metz LF8 mit Vorbaupumpe im alten neuen Gerätehaus ca. 1986

Im Jahre1975, zum 40-jährigem Bestehen wurde der Wehr, ein leichtes LF 8 mit TS und Vorbaupumpe (Metz) im Rahmen eines Amtswehrfestes übergeben. 1985 feierte man die Einweihung des neuen Gerätehauses am Gemeindezentrum in dem dann auch die Schutzbekleidung der Kameradenuntergebracht werden konnte. Durch einen Großbrand stellte man 1987 fest, dass sich die Löschwasserversorgung in einigen Teilen der Gemeinde als sehr schwierig erwies und beschaffte ein gebrauchtes LF 16 auf Magirus Fahrgestell. 

Blick ins Gerätehaus im Jahr 2000
Blick ins Gerätehaus im Jahr 2000

Das inzwischen fast 20 Jahre alte LF 8 wurde 1994 durch ein modernes LF 8/6 (Iveco) ersetzt.

 

Im Jahr 2000 erweiterte man den Fuhrpark der Feuerwehr auf drei Fahrzeuge mit einem ELW 1, zunächst auf VW T3, später dann mit einem Mercedes 310. Im Jahr 2005 ersetzte man das nun schon 38 Jahre alte LF 16 durch ein neues LF 16/20 (Iveco) mit Rettungssatz.

 

Besonderes Highlight für die Wehr war dann 2018 der Umzug in das neue – zu großen Teilen selbstgebaute – Gerätehaus an der Lauenburger Straße 112. Erstmals hat die Wehr damit ein für sie maßgeschneidertes Hause, das auch regional für viel Aufsehen gesorgt hat.

 

In 2019 musste dann das LF 8/6 nach einem kapitalen Motorschaden ersetzt werden. Auf Grund der langen Lieferzeiten für neue Löschfahrzeuge entschied die Gemeinde, zunächst ein Mehrzweckfahrzeug (MZF) auf VW Crafter zu beschaffen, bevor es dann 2021 zur Auslieferung des neuen, maßgeschneiderten LF 20 für die Gemeinde kommen wird.

 

 

Die Einsatzzahlen stiegen über die Jahre kontinuierlich. Noch Mitte der 80er Jahre fuhr die Wehr nur etwa 5 Einsätze im Jahr, heute sind es schon um die 50.